November: Wilder Herbst

In unserer Serie „Tipps und Tricks für Imker“ verraten wir Dir, was es gerade an den Bienen zu tun gibt.  Hier findest Du im Rhythmus von drei Wochen die wichtigsten Infos, was gerade in der Natur vor sich geht, was die Bienen gerade machen und was Du als Imker jetzt tun solltest. Die Serie ist sowohl für Jungimker als auch für erfahrenere Imker geeignet, um sich einen Überblick über das schöne Hobby Imkerei zu machen. Viel Spaß beim Lesen!

02.01.2019 – Bei Deinen Bienen kehrt nun langsam die Winterruhe ein und Deine imkerlichen Tätigkeiten haben sich bereits stark reduziert, einige Dinge solltest Du aber auch jetzt noch beachten. Wir sagen Dir, was zu tun ist, damit Du bei den verschiedenen Arbeiten den Überblick nicht verlierst.

Was macht die Natur?

  • Der Herbst hat sich nun endgültig durchgesetzt. Die Trachten sind langsam zu Ende, aber Deinen Bienen stehen für kurze Zeit noch ein paar letzte wilde Blumen und Pflanzen als Nektarquelle zur Verfügung.

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Was machen die Bienen?

  • Es ist kalt geworden und Deine Bienen beginnen in ihrem Stock die Wintertraube zu bilden, in dessen Mitte befindet sich die Königin mit der Brut. In der Bienentraube herrschen Temperaturen von bis zu 37 °C! Am äußeren Rand sind es zwar nur um die 8 bis 9 °C, aber das auch dann, wenn es draußen deutlich kälter ist. Die Wärme entsteht durch die Vibration der Thoraxmuskulatur Deiner Bienen.

Was macht der Imker?

  • Was ist bisher geschehen? Du hast bereits eine Futterkontrolle durchgeführt und Melezistosehonig aus dem Wintersitz entfernt und den Wintersitz auch schon entsprechend vorbereitet. Auch ein Mäusegitter oder einen Flugkeil hast du angebracht, damit Deine Bienen nicht von Mäusen belästigt werden. Idealerweise hast Du ebenfalls eine Milbenkontrolle und die Restentmilbung durchgeführt.

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  • Was ist jetzt zu tun? Im November und Dezember solltest Du, als Abschluss der Varroabehandlung, eine Behandlung mit Oxalsäure durchführen. Diese ist aus zwei Gründen unverzichtbar: es ist die effektivste Möglichkeit, um den Varroa-Ausgangsbefall vor der nächsten Saison zu reduzieren. Die Varroapopulation kann sich von Februar bis August verfünzigfachen: wenn Du also mit der Oxalsäurebehandlung 50 Milben unschädlich machst, hätten im kommenden Jahr über 3.000 Milben daraus werden können. Zusätzlich lässt sich so Dein Behandlungskonzept überprüfen. Wenn jetzt noch mehrere Hundert Milben herunterfallen, dann kannst Du davon ausgehen, dass Deine Sommerbehandlung nicht besonders wirksam gewesen ist und Verbesserungspotential besteht.
  • Damit die Winterbehandlung wirksam ist, solltest Du darauf achten, dass das Bienenvolk brutfrei ist und möglichst eng in der Wintertraube sitzt. Nur so kann eine optimale Verteilung der Oxalsäure und eine Wirksamkeit von 95% gewährleistet werden. Nach etwa zwei Wochen Frost oder sehr tiefen Temperaturen kann man mit relativ hoher Sicherheit mit Brutfreiheit rechnen. Noch ein paar Tipps: am frühen Morgen bei Temperaturen zwischen 0 und 5°C ist die Behandlung einfacher und effektiver als bei wärmeren Temperaturen tagsüber. Bei zweizarigen Völkern ist es empfehlenswert, zu zweit die Behandlung durchzuführen – das erspart das Umsetzen der schweren Futterzargen.
  • Gerade die Vorweihnachstzeit bietet sich zum Verkauf von Kerzen an – und dank der wenigen Imkerarbeiten während der Wintermonate hast Du auch ausreichend Zeit um Kerzen zu gießen. Deine Möglichkeiten sind zahlreich: von kleinen Kerzen in Teelichtgröße über schöne Motivkerzen zu schlichten und neutralen Stumpenkerzen kannst Du Deiner Kreativität freien Lauf lassen. Zum Auflösen des Wachses kannst Du beispielsweise einen Simmertopf aus Edelstahl verwenden. Während das Wachs langsam schmilzt kannst Du dann schon mal Deine Formen vorbereiten. Achte darauf, dass Du bei den unterschiedlichen Kerzengrößen auch unterschiedliche Dochtstärken verwenden solltest. Sobald Du das Wachs in die Formen hineingegossen hast muss der Docht fixiert werden; dazu den Docht zwischen zwei Stäbchen klemmen, die z.B. durch kleine Gummiringe zusammengehalten werden. Bei kleinen Kerzen tut es auch eine einfache Wäscheklammer, die quer über die Form gelegt wird. Die Kerzen jetzt nur noch abkühlen lassen und aus der Form lösen.

Kerzen

  • Was steht in Zukunft an? Deine Winterarbeit besteht in den nächsten Wochen und Monaten darin, defekte Beuten zu reparieren, alte Waben auszuschneiden und Rähmchen für das Frühjahr vorzubereiten. Auch die Begattungskästchen müssen gesäubert werden und allgemein muss alles wieder für die kommende Saison vorbereitet werden – die im März wieder beginnen wird. Bis dahin wünschen wir Dir eine angenehme Zeit und einen erholsamen Winter!

Weitere Einträge zu „Tipps und Tricks für Imker“ findest Du hier:

Oktober: Winterarbeiten
September: Die Einwinterung steht bevor
August: Spätsommerpflege für einen stressfreien Winter
Ende Juli: Erste Vorbereitungen für den Winter
Anfang Juli: Mit der Spättracht kommt die Kür
Juni: Honey, Honey!
Mai: Hochsaison für Bienchen und Imker
Mai: Kalter Tanz in den Wonnemonat
April: Das große Blühen beginnt
März: Erfolgreich Auswintern für einen guten Start ins Bienenjahr

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