März: Erfolgreich Auswintern für einen guten Start ins Bienenjahr

In unserer Serie „Tipps und Tricks für Imker“ verraten wir Dir, was es gerade an den Bienen zu tun gibt. Hier findest Du im Rhythmus von etwa drei Wochen die wichtigsten Infos, was gerade in der Natur vor sich geht, was die Bienen gerade machen und was Du als Imker jetzt tun solltest. Die Serie ist sowohl für Jungimker als auch für erfahrenere Imker geeignet, um sich einen Überblick über das schöne Hobby Imkerei zu machen. Viel Spaß beim Lesen!

01.03.2019 – Der Frühling macht sich schon bereit und Deine Bienenpopulation wird dann  stetig anwachsen. Bald beginnt die arbeitsreiche Imkerzeit, vorher solltest Du unbedingt noch wichtige Vorbereitungen treffen. Wir sagen Dir, was zu tun ist, damit Du bei den vielen Arbeiten nicht den Überblick verlierst.

Was macht die Natur?

Nach dem recht kalten Januar herrschen seit Februar angenehme Temperaturen und es gab bereits die ersten sonnigen Tage.

Die ersten Sträucher haben bereits zu blühen begonnen. Besonders beliebt bei den Bienen sind Haselsträucher und Weidenkätzchen, die ersten Pollen liefern.

Auch im März geht es erstmal mild weiter. Neben wechselhaftem Wetter und Schauern wird aber auch in den kommenden Wochen nochmal mit kalten Temperaturen zu rechnen sein.

Was machen die Bienen?

Die Bienen kommen mit neuem Elan aus dem Winter. Die Königin wird bald beginnen wieder fleißig zu legen und das diesjährige Brutnest aufzubauen. Die Bienen-Population wächst dann kontinuierlich, damit sie bei der ersten Tracht in voller Stärke Nektar eintragen können.

Bei dem ersten guten Wetter machen die Bienen ihren Reinigungsflug, um die Kotblase zu leeren. Ansonsten gibt es für die Bienen auch im Stock jede Menge zu tun: Die neue Brut pflegen, sowie einen Frühjahrsputz machen. Um die Brut zu ernähren, sammeln die Bienen dann auch schon Pollen und Wasser.

Starken Völkern macht wechselhaftes Wetter zwischen den warmen Tagen weniger aus, als man meinen könnte. Wichtig ist lediglich, dass sie für sich und ihre Brut genügend Futter haben und keinen Hunger leiden müssen.

Was macht der Imker?

Was ist bisher geschehen?  Im Januar und Februar hast du die Bienenstände auf Sturmschäden kontrolliert und auch reguläre Standkontrollen durchgeführt. Die Bienen waren jetzt lange Zeit allein. Der letzte imkerliche Eingriff war idealerweise die Winter-Varroabehandlung. Um Dir wieder einen kurzen Überblick zu verschaffen, einfach mal die Lage an den Völkern beobachten. Fliegen die Bienen, haben sie viel Totenfall. Gibt es sonst etwas Ungewöhnliches?

Was ist jetzt zu tun? Da der Winter teilweise sehr mild war und die Bienen deshalb sehr aktiv waren, war der Futterverbrauch vergleichsweise hoch. Deshalb solltest Du unbedingt nachschauen, ob Deine Völker noch genügend Futter haben. Denn wenn ein gesundes Volk im April verhungert, ist das besonders ärgerlich! Bedenke dabei: Das Futter muss noch bis Ende April reichen, knapp zehn Kilogramm Futter sollte man noch einrechnen. Zum Einschätzen des Gewichtes einfach die Beute kurz anheben, falls Dir da noch etwas die Erfahrung fehlt, mal kurz reinspicken ob noch genügend Futterwaben vorhanden sind. Meist haben die starken Völker zu wenig Futter, da diese viel brüten, die schwachen aber mehr. Hat ein Volk zu wenig Futter, Futterwaben direkt an die Bienen-Traube hängen. Hast Du keine Futterwaben mehr, einfach mit flüssigem Futter-Sirup mit einer Futtertasche oder im hohen Boden nachfüttern. Ansonsten solltest Du die Bienen bei den kalten Temperaturen noch ein bisschen in Ruhe lassen, da jeder Eingriff den Wärmehaushalt stört. Also erst ab 15°C  imkern. Solange es noch Frost haben kann, solltest Du die Mausgitter auf jeden Fall noch dran lassen, denn auch die Mäuse friert es noch.

Falls Du vorhast, mit deinen Bienen in eine Tracht zu wandern oder sie sonst zu verstellen, solltest Du jetzt den örtlichen Bienensachverständigen (BSV) kontaktieren. Mit diesem kannst Du dann einen Termin ausmachen, an dem er Deine Völker untersucht und Dir ein Gesundheitszeugnis ausstellt.  Wichtig ist jetzt auch, dass Du Dich für die arbeitsreiche Zeit ab April vorbereitest, damit es da keinen unnötigen Stress gibt. Rähmchen drahten, Mittelwände besorgen und einlöten und alle Geräte prüfen und eventuell reparieren, steht jetzt auf dem Programm.

Was steht in Zukunft an? Auch in den kommenden Wochen solltest Du die Futtervorräte deiner Bienen im Blick behalten, da noch nicht ausreichend Nektar in der Natur vorhanden sein wird. Wenn du mit Drohnenrahmen arbeitest, überprüfe, ob sie für all deine Völker in ausreichender Zahl vorhanden, intakt und sauber sind.


Weitere Einträge zu „Tipps und Tricks für Imker findest Du hier:

Februar: Der Winter kehrt zurück
Dezember: Imkerarbeiten während der Winterruhe
November: Winterruhe
Oktober: Winterarbeiten
September: Die Einwinterung steht bevor
August: Spätsommerpflege für einen stressfreien Winter
Ende Juli: Erste Vorbereitungen für den Winter
Anfang Juli: Mit der Spättracht kommt die Kür
Anfang Juni: Der erste Honig fließt
Ende Mai: Hochsaison für Bienchen und Imker
Mai: Kalter Tanz in den Wonnemonat
April: Das große Blühen beginnt

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