Wildbiene: Gemeine Furchenbiene

Neben den domestizierten Honigbienen gibt es weltweit etwa 20.000 Wildbienenarten. Anders als die Honigbienen sind die meisten Wildbienen nicht staatenbildend, sondern leben in kleinen sozialen Einheiten: sie sind quasi die Singles unter ihren Artgenossen.

Wildbienen werden sehr selten zur Bestäubung von Pflanzen eingesetzt, obwohl einige Arten aufgrund einer Jahrtausende langen Entwicklung eine innige Symbiose mit bestimmten Pflanzen eingegangen sind. Deshalb können sie diese besonders gut bestäuben – manche Wildbienen sogar nur als einzige Art. Stirbt diese Bienenart, stirbt auch die Pflanze aus.

In unserem Blog kannst Du Vertreter der über 500, in Deutschland heimischen, Wildbienenarten kennen lernen. Viel Spaß beim Lesen!

Beschreibung

Die Gemeine Furchenbiene wird etwa 8-10 Millimeter groß und hat einen schlanken Körperbau. Kopf und Thorax sind hell behaart. Der Körper der Weibchen ist schwarz und mit hellen Binden versehen. Im Gegensatz zu ihnen haben die Männchen einen überwiegend rot gefärbten Hinterleib.

Gemeine Furchenbiene

Ursprung, Habitat und Verbreitung

Zu finden ist die Gemeine Furchenbiene (Lasioglossum calceatum) in ganz Deutschland und vom südeuropäischen Gebirge bis in den Norden Finnlands, ebenso wie von Irland bis Japan. Sie kann in einer Höhe von bis zu 2000 Metern über dem Meeresspiegel leben und ist in Mitteleuropa häufig anzutreffen.

Durch ihre polylektische Lebensweise ist sie nicht auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und findet so bis in den Oktober noch ausreichend Nahrung.Gemeine Fruchenbiene.jpg

Verhalten und Lebensweise

Die Lasioglossum calceatum lebt in eusozialen Gemeinschaften zusammen. Das heißt die Brutpflege und Nahrungssuche wird gemeinschaftlich erledigt.
Im März bis April fliegen die, in den Nestern überwinterten, begatteten Weibchen aus und suchen sich einen Platz, an dem sie ihre Nester graben können. Dabei sind sie nicht besonders wählerisch – sie kommen sowohl mit warmen, trockenen als auch mit kühlen, feuchten Lebensräumen gut zurecht. Meist graben die Gemeinen Furchenbienen ihre Nester alleine, aber es kann auch vorkommen, dass sich mehrere Weibchen beim Nestbau zusammenschließen. Am Ende des Nestgangs befindet sich ein Hohlraum, in dem die Brutzellen angelegt werden. Sind alle Zellen ausreichend mit Nahrung ausgestattet und verschlossen verschließt die Biene das gesamt Nest von innen und verweilt dort, bis die Brut ca. einen Monat später schlüpft. Dabei entstehen Männchen und unterschiedlich große Weibchen. Die kleineren Weibchen werden zu Arbeiterinnen, die für die Nahrungssuche und zur Nestbewachung zuständig sind. Einige wenige Weibchen sind größer und somit Königinnen, die entweder der Ersatz für die alte Königin sind oder ausfliegen und ihre eigenen Nester anlegen, um dort zu überwintern. Die Königinnen werden in ihrem Nest von den Männchen begattet.

Die Blutbiene (Sphecodes monilicornis) paratisiert die Gemeine Furchenbiene.


Weitere Arten der Wildbiene, die wir bereits vorgestellt haben, findest Du hier:

Die Blutweiderich-Sägehornbiene
Die Gemeine Trauerbiene
Die Zweifarbige Sandbiene
Die Frühlings-Seidenbiene
Die Rotbeinige Lockensandbiene
Die Gelbbindige Furchenbiene
Die Gehörnte Mauerbiene
Die Heidekraut-Seidenbiene
Die große Holzbiene
Die Rote Mauerbiene
Die Luzerne-Blattschneiderbiene
Die Rotpelzige Sandbiene
Die Gemeine Pelzbiene
Die Zaunrüben-Sandbiene

 

Bilder
Header: linsepatron – Slender Mining Bee (Lasioglossum calceatum). Two colour variations of male bees. Sitting on a Ribwort plantain (Plantago lanceolata ) seed head. (CC BY 2.0)
Bild 1: James Lindsey at Ecology of Commanster – Lasioglossum calceatum from Commanster, Belgian High Ardennes . (CC BY-SA 3.0)
Bild 2: Aiwok – Gemeine Furchenbiene Männchen in Bahrenfeld, Hamburg. (CC BY-SA 3.0)

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