Halm, Blüte oder Nest?

Wie Wildbienen schlafen

Bienen auf einer Wildblume

Nach einem anstrengenden Tag müssen sich auch Bienen ausruhen und ein wenig schlafen. Aber wie und wo machen die das eigentlich? Diese Frage lässt sich so einfach nicht beantworten. Allein in Deutschland gibt es über 500 verschiedene Wildbienenarten, weltweit sind es ungefähr 20.000. Bei der großen Vielfalt ist es nicht verwunderlich, dass es auch ganz unterschiedliche Schlafgewohnheiten unter den Wildbienen gibt - und die sind oft ziemlich ungewöhnlich. In drei Kategorien lassen sich Wildbienen dabei einteilen.

Nestschläfer

Viele Wildbienen bewachen ihre Pollen- und Nektarvorräte nachts vor Feinden und übernachten in ihren Niströhren. Manche Wildbienen verschließen die Gänge zusätzlich von innen mit einer Art Prof (z.B. aus Erde oder Sand). Andere schlüpfen rückwärts in den Gang hinein, so sind sie möglichen Eindringlingen zugewandt und in einer guten Angriffsposition.

Blütenschläfer

Die Blütenschläfer nächtigen, wie der Name schon verrät, in Blütenkelchen. Häufig findet man dort nicht nur eine einzelne Biene, sondern mehrere, die eng aneinandergekuschelt schlafen. Beliebt sind Glockenblumen (Campanula), Storchschnabel (Geranium), Malve (Malva), Wegwarte (Chichorium), Disteln (Cirsium, Carduus, Onopordum) und Flockenblumen (Centaurea). Die Bienen klammern sich z.B. mit ihren Beinchen an Stempel und Staubblättern fest. Der Vorteil: Das Frühstück am nächsten Morgen steht direkt bereit!

Halmschläfer

Am skurrilsten sind vermutlich die Halmsschläfer. Die klammern sich mit ihren Beinen oder verbeißen sich mit ihren Mandibeln fest in Pflanzenteile (z.B. Blattstiele, Grashalme, kleine Ästchen). Auf diese Weise wird die gesamte Last des schlafenden Körpers getragen. Der Körper hängt dann ganz simpel nach unten oder wird im rechten Winkel abgespreizt.

Ein Beitrag von Sabrina von nearBees
vom 05.12.2018