Oktober: Winterarbeiten

In unserer Serie „Tipps und Tricks für Imker“ verraten wir Dir, was es gerade an den Bienen zu tun gibt.  Hier findest Du im Rhythmus von drei Wochen die wichtigsten Infos, was gerade in der Natur vor sich geht, was die Bienen gerade machen und was Du als Imker jetzt tun solltest. Die Serie ist sowohl für Jungimker als auch für erfahrenere Imker geeignet, um sich einen Überblick über das schöne Hobby Imkerei zu machen. Viel Spaß beim Lesen!

27.09.2018 – Die Bienen sind schon weitgehend für den Winter vorbereitet worden. Jetzt gibt es noch einige kleinere Arbeiten zu tun, dann aber werden sich Deine Imkertätigkeiten auf ein Minimum reduzieren. Wir sagen Dir, was zu tun ist, damit Du bei den verschiedenen Arbeiten den Überblick nicht verlierst.

Was macht die Natur?

  • Seit September sind bereits fast alle Trachten zu Ende und die Bienen haben nur noch vereinzelt einige wilde Blumen und Pflanzen, wie beispielsweise Herbstastern, als Nektarquelle finden können –  der Herbst ist schlagartig in vollem Gange.

Herbstliche Blätter

Was machen die Bienen?

  • In den letzten warmen Septembertagen konnten auch die Bienen den Altweibersommer genießen und haben weiterhin nach Pollen und vereinzelt nach Nektar gesucht. Aber mit kälter werdenden Temperaturen richten sie nach und nach ihren Wintersitz ein und das Brüten wird beim ersten Kälteeinbruch eingestellt. Dann sitzten die Winterbienen in einer Traube zusammen und wärmen sich und ihre Königin.
  • Mit einer jungen Königin, hellem Wabenbau und ausreichend Futter versorgt, begeben sich die Bienen nach den ersten Frostnächten in die Wintertraube und warten auf den Frühling.

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Was macht der Imker?

  • Was ist bisher geschehen? Du hast bereits kontrolliert, ob Deine Bienen ausreichend Futter zur Verfügung haben und die Fütterung abgeschlossen. Besonders schwache oder verhaltensauffällige Völker hast Du aufgelöst. Auch die Varrao-Belastung hast du wegen der Gefahr einer Re-Invasion im Zweiwochenrhythmus überprüft.
  • Was musst Du als Imker jetzt machen? Auch im Oktober ist eine weitere Futterkontrolle empfehlenswert. 
  • Sobald es kälter wird, suchen Mäuse einen warmen und trockenen Unterschlupf mit guter Futterversorgung, Bienen-Beuten sind dabei ein sehr beliebtes Ziel. Meist nisten sie sich in nicht besetzte Bereiche der Beute ein, oder aber sie besuchen das Bienenvolk regelmäßig, um sich Nahrung zu beschaffen. Durch solche Störungen werden die Bienen unruhig und verbrauchen deutlich mehr Energie – und mehr Futter! Aus diesem Grund solltest Du Mäuse schon sehr früh aussperren. Das geht am einfachsten mit einem punktgeschweißten Mäusegitter oder einem flachen Flugkeil, durch die die Bienen ein- und ausfliegen können, wenn es die Witterung erlaubt, aber die den Mäusen den Zutritt verwehren.

Feldmaus

  • Damit es Deine Bienen in den nächsten Monaten schön gemütlich haben, solltest Du ihren Wintersitz entsprechend vorbereiten. Dort, wo Waben an der Beutenwand anliegen, kann sich durch das Temperaturgefälle zwischen Bienentraube und Umgebungskälte leicht Schwitzwasser bilden, das zum Ausgang des Winters zu Schimmelbildung führen kann. Wenn Du im Zweiräumer in beiden Räumen jeweils die Randwaben durch Mittelwände ersetzt, stehen den Bienen immer noch genügend Waben zur Verfügung, um in der Traube zu sitzen und genügend Vorräte zur Verfügung zu haben. Im Einräumer wäre das Entfernen der beiden Randwaben zu viel Verlust an Futter. Hier kannst Du aber eine Wabe entfernt werden, so dass der gesamte Wabenblock in die Mitte gerückt werden kann. Die entnommenen Waben bewahrst Du im Lager kühl, dunkel und trocken auf. Bei Futterknappheit zum Ausgang des Winters können sie Dir gute Dienste leisten. Auch den Varroaeinschub setzt Du nur dann ein, wenn Du den Milbenbesatz erfasst oder eine Behandlung durchführst. Dadurch erreichst Du ein frühzeitiges Brutende in den Völkern und kannst die Restentmilbung durchführen.
  • Milbenkontrolle und Restentmilbung: Wenn die letzte Ameisensäure-Behandlung länger als zwei Wochen zurückliegt, solltest Du den Milbenbesatz Deiner Bienenvölker ermitteln. Nur, wenn Du weißt, wie viele Milben in den Völkern vorhanden sind, kannst Du auch entscheiden, wann Du die Winterbehandlung durchführst, oder ob Du sogar noch eine Zwischenbehandlung einschieben musst. Mit dem Varroaschub unter dem Gitterboden lassen sich einfach und, ohne die Völker zu stören, die natürlichen Milbenabfälle der einzelnen Völker feststellen. Wenn Du jede abgefallene Milbe pro Tag mit 500 multiplizieren, erhältst Du die ungefähre Zahl an Milben im Bienenvolk. Deshalb solltest Du bereits beim Abfall von einer Milbe pro Tag und Volk eine Behandlung anstreben: 500 Milben in der Wintertraube führen zu unruhigem Sitz, langem Bruteinschlag und erhöhtem Futterverbrauch. Bei einer Auswaschprobe, die einen Bienenmilbenbefall von 2 % und mehr ergibt, verhält es sich ebenso. Zur Milbenkontrolle kannst Du auch digitale Hilfsmittel wie die App “BeeBuddy” nutzen.
  • Was steht in Zukunft an? Hast du all das erledigt, dann kannst Du Deine Bienen bis etwa März fast sich selbst überlassen – Kontrollen sind nur noch sehr selten notwendig. Wir wünschen Dir einen erholsamen bienenfreien Herbst!

Weitere Einträge zu „Tipps und Tricks für Imker“ findest Du hier:

September: Die Einwinterung steht bevor
August: Spätsommerpflege für einen stressfreien Winter
Ende Juli: Erste Vorbereitungen für den Winter
Anfang Juli: Mit der Spättracht kommt die Kür
Anfang Juni: Der erste Honig fließt
Ende Mai: Hochsaison für Bienchen und Imker
Mai: Kalter Tanz in den Wonnemonat
April: Das große Blühen beginnt
März: Erfolgreich Auswintern für einen guten Start ins Bienenjahr

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