Februar: Zeit für Vorbereitungen

In unserer Serie „Tipps und Tricks für Imker“ verraten wir Dir, was es gerade an den Bienen zu tun gibt. Hier findest Du im Rhythmus von drei Wochen die wichtigsten Infos, was gerade in der Natur vor sich geht, was die Bienen gerade machen und was Du als Imker jetzt tun solltest. Die Serie ist sowohl für Jungimker als auch für erfahrenere Imker geeignet, um sich einen Überblick über das schöne Hobby Imkerei zu machen. Viel Spaß beim Lesen!

24.01.19 – Der Winter hält die Natur weiterhin in seinem eisigen Griff und deshalb verkriechen sich Deine Bienen noch immer in ihren warmen Stock. Aber sobald es wärmer wird, werden sie wieder fleißig mit dem Brutgeschäft beginnen! Im Moment benötigen die Bienen allerdings wenig Aufmerksamkeit, daher hast Du Zeit für andere wichtige Arbeiten. Wir sagen Dir, was zu tun ist, damit Du nichts übersiehst.

Was macht die Natur?

Mit dem Jahreswechsel kam dieses Jahr auch der endgültige Wintereinbruch: Kalte Temperaturen und Schneefälle überziehen ganz Deutschland. Bis der Frühling beginnt, wird es wahrscheinlich noch dauern. Doch nicht mehr lange und Du kannst Dich auf erste Frühjahrsblumen freuen, wenn Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse langsam die Wiesen schmücken.
Krokus

Was machen die Bienen?

Die eisigen Temperaturen haben Deinen Bienen bisher keinen Grund gegeben, ihre Wintertraube zu verlassen. Lieber kuscheln sie sich weiterhin in ihrem warmen Zuhause aneinander und warten geduldig auf den Frühling. Denn sobald der Sonnenstand steigt und die Temperaturen langsam wärmer werden, beginnen die fleißigen Bienen mit dem Brutgeschäft. Erkennen kannst Du das am Schwitzwasser, welches sich am Flugloch sammelt. Die Brutflächen werden dann zwar noch nicht komplett ausgedehnt, aber es kommt Bewegung in den Bienenstock und die Vorbereitung auf größere Brutmengen startet.

Was macht der Imker?

Was ist schon geschehen? Die neuen Etiketten für die bevorstehende Saison sind vorbereitet, defekte Beuten wurden repariert und auch die Begattungskästchen hast Du schon gesäubert. Somit sind eigentlich alle Vorbereitungen für das Frühjahr bereits getroffen. Im Januar, aber teilweise auch im Februar, haben zahlreiche Messen und Fortbildungen stattgefunden oder sie liegen noch vor Dir (z.B. der Apisticus-Tag in Münster). Solche Veranstaltungen sind die perfekte Gelegenheit, um mit anderen Imkern ins Gespräch zu kommen und so neue Anregungen für die kommende Saison zu sammeln.

Was ist jetzt zu tun? Starker Schneefall und stürmisches Wetter haben den Januar begleitet. Deshalb ist es wichtig, Deine Bienenstände auf Sturmschäden zu untersuchen – am besten so früh wie möglich, um größere Schäden zu vermeiden. Oft lassen sich Mängel einfach beheben, so lange sie rechtzeitig erkannt werden. 

Grundsätzlich sind regelmäßige Kontrollen der Stände unumgänglich. Prüfe hier, ob die Mäusegitter noch richtig sitzen und ob die Fluglöcher frei oder durch Totenfälle versperrt sind. Du fragst Dich, ob Dein Volk noch lebt? Klopfe einfach einmal leicht an den Kasten. Erhältst Du ein Summen der Bienentraube zurück, so weißt Du, dass alles in Ordnung ist. Sollte der Fall eintreffen, dass eines Deiner Völker nicht überlebt hat, so solltest Du es verschließen und vom Bienenstand entfernen. Danach kannst Du in Ruhe herausfinden, weshalb es zum Verlust des Volks gekommen ist. Möchtest Du den Verlust durch ein neues Volk ausgleichen, so solltest Du darauf achten, einheimische Völker aus der Region zu kaufen. Angebote zu Völkerkäufen findest Du über Imker aus Deinem Bekanntenkreis, Deinen Imkerverein oder in Bienenzeitungen.
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Du solltest zudem bei wärmeren Temperaturen kontrollieren, ob das Futter für die Wintertraube erreichbar ist, vor allem wenn die Futtervorräte eher knapp bemessen waren. Durch ein kurzes Anheben der Beuten von hinten lässt sich zwar die Futtermenge ungefähr abschätzen, allerdings kannst Du nicht erkennen, ob die Bienen an sie herankommen. Deshalb ist ein kurzes Öffnen der Völker oft unumgänglich. Wähle hierfür am besten einen Tag nach einem Reinigungsflug oder ohne Frost. Von oben ist gut zu erkennen, wo die Bienen sitzen und ob sie die Futterkränze erreichen. Du kannst nun bei Bedarf Leerwaben entnehmen und die Futterwaben näher an die Bienentraube rücken. Falls die Vorräte der Bienen schon fast aufgebraucht sind, musst Du diese durch Reservewaben ergänzen. Nutze dafür den Rand, damit die Wintertraube nicht gestört wird! Sollten die Bienen auseinander gerissen werden, so hat das fatale Auswirkungen auf ihren Wärmehaushalt. Nach der Überprüfung und eventuellen Ergänzung der Vorräte kannst Du Dir sicher sein, dass Deine Bienen auch einen weiteren Dauerfrost unbeschädigt überleben.

Was steht in Zukunft an? Bis die eigentliche Bienensaison beginnt, hast Du noch Zeit letzte Reparaturen zu erledigen und Vorbereitungen zu treffen, damit du erfolgreich in das bevorstehende Frühjahr starten kannst.


Weitere Einträge zu „Tipps und Tricks für Imker“ findest Du hier:

Dezemeber: Imkerarbeiten während der Winterruhe
November: Winterruhe
Oktober: Winterarbeiten
September: Die Einwinterung steht bevor
August: Spätsommerpflege für einen stressfreien Winter
Ende Juli: Erste Vorbereitungen für den Winter
Anfang Juli: Mit der Spättracht kommt die Kür
Anfang Juni: Der erste Honig fließt
Ende Mai: Hochsaison für Bienchen und Imker
Mai: Kalter Tanz in den Wonnemonat
April: Das große Blühen beginnt
März: Erfolgreich Auswintern für einen guten Start ins Bienenjahr

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