Bienenkrankheiten: Schwarzsucht

Nicht nur der Klimawandel, Monokulturen und Pestizide, sondern auch Schädlinge und Krankheiten machen der Gesundheit der emsigen Insekten zu schaffen. Gesunde, vitale Bienen sind jedoch ausschlaggebend für das Überleben des gesamten Volkes, dessen Effizienz bei der Bestäubung und der Nektarsuche. Viren, Bakterien, Pilze und andere Schädlinge schwächen nicht nur die einzelne Biene, sie fügen dem gesamten Organismus Bien, wie die Gesamtheit eines Bienenvolkes bezeichnet wird, einen großen Schaden zu. Daher ist es für den Imker wichtig, Krankheiten und deren Symptome rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zur Behandlung durchzuführen.

In der Serie “Bienenkrankheiten” wollen wir Dir häufige Bienenkrankheiten detailliert vorstellen, mögliche Ursachen für den Befall darstellen und Tipps für die Vorbeugung und Bekämpfung geben. Dieser Beitrag widmet sich der Schwarzsucht.

Erscheinungsbild der Schwarzsucht

Die Schwarzsucht ist eine nicht infektiöse Faktorenkrankheit und in allererster Hinsicht keine eigenständige Krankheit: Schwarzsucht bezeichnet vielmehr ein Krankheitssymptom, welches auf ein Sammelsurium unterschiedlicher Ursachen zurückgeführt werden kann. Als Faktorenkrankheit werden Bienenkrankheiten bezeichnet, die auf äußere Umstände wie u.a. den Standort der Bienenvölker oder das Trachtangebot beruhen und nicht durch infektiöse Krankheitserreger ausgelöst werden.

Wie der Name es bereits andeutet, lässt sich die Schwarzsucht leicht an einer dunklen, nahezu schwarzen Körperfarbe der Bienen erkennen. Wie kommt diese dunkle Färbung zustande? Die Bienen verlieren ihre Körperbehaarung und die darunterliegenden schwarzen, glatten und glänzenden Panzerringe des Hinterleibes prägen nun das Erscheinungsbild der betroffenen Bienen. Die typische Farbe ihres Hinterleibes erhalten die Bienen tatsächlich nur durch ihre Behaarung. Aber Vorsicht: es besteht hier schnell eine Verwechslungsgefahr mit nassen Bienen, schau daher lieber genauer hin. 

Aber wie kommt es nun zu dem Verlust der Behaarung? 

Räuberei & Altersschwäche

Meist wird bei schwarzen haarlosen Bienen an Räuberei gedacht: Durch Reibung der Bienen untereinander bei Verteidigung des eigenen oder Angriff eines fremden Bienenstocks knicken die Haare der Bienen ab und der schwarze Panzer kommt zum Vorschein. 

Aber auch bei altersschwachen Bienen kann es zum Ausfallen der Körperhaare kommen. 

Waldtrachtkrankheit

Als häufigste Ursache wurde die Honigtautracht identifiziert, die Begriffe “Schwarzsucht” und “Waldtrachtkrankheit” werden daher häufig synonym verwendet.

Aufgrund des spezifischen Zuckerspektrums und dem hohen Minerlastoffgehalts wird insbesondere das Honigtautrachtangebot von Tanne und Fichte als Auslöser für den Verlust der Behaarung ausgemacht. Unter bestimmten Umständen kann Honigtau eine toxische Wirkung auf den Organismus der Bienen haben und zu Stoffwechselproblemen führen. Das wiederum kann Haarausfall zur Folge haben. Das geringe Pollenaufkommen zu Zeiten starker Honigtautracht unterstützt die toxische Wirkung. Die Bienen sind nicht vollumfänglich versorgt und somit anfälliger für Krankheiten.

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Doch die Ursachen und Umstände der Waldtrachtkrankheit sind noch nicht vollumfänglich aufgeklärt. Eine Forscherin der Universität Hohenheim konnte kürzlich erstmals einen Zusammenhang zwischen der Zuckerart Melezitose und der Waldtrachtkrankheit nachweisen. Bienen, die mit dieser häufig in Honigtau enthaltenen Zuckerart gefüttert wurden, entwickelten im Verlauf der Studie schwere Krankheitssymptome. Wenn Du detaillierte Informationen dazu möchtest, kannst Du die gesamte Studie hier nachlesen. 

Schwarzsucht vorbeugen & bekämpfen 

Was kannst Du tun, wenn Du Schwarzsucht bei Deinen Bienen feststellst? Ein Standortwechsel Deiner Bienenvölker ist empfehlenswert. So kannst Du Räuberei beenden oder Deinen Bienen ein anderes Trachtangebot zur Verfügung stellen, das ihnen vielleicht besser bekommt.


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Nosemose
Die amerikanische und europäische Faulbrut
Der kleine Beutenkäfer
Wie schlimm sind Viren für die Biene?

 

Bilder
Bild 1: Cinara.spec.090 von Frank Mikley (CC BY 2.5

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