Wie bienenfreundlich ist Dein Garten?

Als wichtiger Bestäuber sorgt die Biene dafür, dass frisches Obst und Gemüse auf den Tisch kommen und die Flora um uns herum gedeiht. Ist das große Blühen der Trachtpflanzen wie dem Raps im Mai zu Ende, blüht auf den Feldern und Wiesen aber meist nicht mehr viel. Die Bienen finden keine Nahrung – mitten im Sommer. Den Honigbienen steht dann immer noch der Imker zur Seite, Wildbienen stehen jedoch alleine da. Es ist deshalb wichtig, seinen Garten möglichst bienenfreundlich zu gestalten.

Hast Du dich eigentlich schon einmal gefragt, wie Dein Garten aus Sicht einer Biene in puncto Gastfreundlichkeit abschneidet? Falls nicht, dann hilft der Wildbienentest von Studentinnen der Leuphana Universität Lüneburg bestimmt weiter. Pia Wilhelm im Interview mit Viktor von nearBees.

Wer seid Ihr und was ist Euer Konzept?

Mittlerweile hat jeder schon einmal vom Bienensterben gehört, doch viele sind sich der Konsequenzen dieses Phänomens gar nicht bewusst. Die Honigbiene wird dabei zum Glück noch von Imkern bis zu einem gewissen Grad geschützt, die über 500 verschiedenen Wildbienenarten sind aufgrund von Pestiziden, Nahrungsknappheit und Krankheiten jedoch akut bedroht. Mit dieser Thematik setzten wir – fünf Studentinnen der Leuphana Universität Lüneburg – uns im Rahmen eines Moduls des Nebenfachs Nachhaltigkeitsnaturwissenschaften auseinander. Ziel war es, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Praxisakteuren ein Projekt zum Thema Bienen in der Stadt zu entwickeln. Schnell haben wir uns darauf fokussiert, was der Einzelne konkret für die Wildbiene im heimischen Garten tun kann. Denn das größte Problem für die Wildbiene ist die Nahrungsknappheit, vor allem im Sommer und Herbst. Ein reiches Angebot im eigenen Garten hilft da ungemein. So wollten wir schließlich ein Werkzeug an die Hand geben, welches Hobbygärtner dazu animiert, aktiv zu werden und zum Schutz der Wildbiene beizutragen. Ein Selbsttest bietet da einen spielerischen Ansatz, den eigenen Garten zu reflektieren.

Wie funktioniert dieser Selbsttest?

Mittels 15 Fragen in den drei Kategorien Nistmöglichkeiten, Nahrungsangebot und Gefahren kann eine Bestandsaufnahme des Gartens erfolgen. In den anschließenden Handlungsempfehlungen können dann nützliche Tipps und Hinweise für eine Verbesserung der Wildbienenfreundlichkeit nachgelesen werden. Schwierig bei der Konzeption des Tests war, aus der breiten Masse an Informationen und Fachwissen einen übersichtlichen und für die Zielgruppe adäquaten Test zu entwickeln. Zu lang darf der Test nicht sein, doch wollten wir auch nicht, dass der Leser sich über den Test hinaus noch weiter informieren muss.

Was sind Ziele für die nahe Zukunft?

Nach knapp einem halben Jahr Arbeit ist das Projekt im Rahmen der Universität beendet. Allerdings hoffen wir natürlich, dass unser Produkt auch in Zukunft bei vielen Menschen Anklang findet. Aktuell arbeiten wir daher an der Verbreitung des Tests, sodass möglichst viele Hobbygärtner dazu inspiriert werden, die für uns und unseren Planeten so wichtige Wildbiene zu schützen. Und ganz nebenbei verschönern viele Aspekte der Wildbienenfreundlichkeit auch den Garten.

Einen Test, wie bienenfreundlich dein Garten ist, findest Du hier.

Falls Du noch mehr erfahren möchtet, kannst Du das Projekt der Leuphana Universität unter der Mailadresse [email protected] kontaktieren.

Zu Gast bei Bienenfreunden

Der Selbsttest ist ein guter Wegweiser in Richtung bienenfreundlicher Garten. Eine weitere Möglichkeit die Wildbienen willkommen zu heißen haben wir Euch mit unserer DIY-Anleitung zum Wildbienen-Haus bereits vorgestellt. Außerdem könnt ihr mit unserer Bienenweide Saatgutmischung mit 50 verschiedenen ein- und mehrjährigen Pflanzenarten mit wenig Aufwand und in kurzer Zeit ein nektarreiches Blütenmeer mit ausreichend Futterquellen schaffen!

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