Honig mal anders – Honigbier und Honigwein

Honig ist nicht nur der goldgelbe Brotaufstrich, sondern auch Bestandteil zahlreicher Getränke. Als kulinarische Spezialität finden sich Honiggetränke in jedem Zeitalter und fast überall auf der Welt.

In vino veritas – Honigwein in der Antike

Schon die alten Griechen wussten, was gut ist: Obwohl bei den Symposien meist nur Wein getrunken wurde, wurden Nektar und Ambrosia als Gipfel des Genusses angesehen. Dies mythische Speise stand nur den Göttern und ranghohen Priestern zu und wurde aus Honig, Wein, Milch und Wasser zubereitet. Auch zu den Römern fand der Honigwein, als sie Provinzen in Kleinasien eroberten. Sie tranken ihren Wein mit Honig versetzt und nannten ihn „Mulsum“. Er galt als appetitanregend und lebensverlängernd. Der römische Historiker Plinius schrieb von einem hundertjährigen Bürger, der über das Geheimnis seines langen Lebens sagte: „Innen mit Mulsum schmieren, außen mit Öl!“

Honigwein im Hörnerhelm

Mit Wasser verdünnter und gegorener Honig, Met genannt, stand auch bei den Wikingern auf dem Speiseplan. Die nordische Mythologie beschreibt seine Wirkung bei Gelagen als berauschend und belebend. Im Mittelalter ging der Metkonsum zurück, im Vergleich zu Bier war die Produktion zu teuer. Karl der Große riet zwar jedem größeren Hof in seinem Reich, Bienen zu züchten und Met herzustellen, aber das Honiggetränk blieb lange Zeit ein seltenes Luxusgut.

Die Krone der Schöpfung: Kasseler Honigbier

Zwei hessische Hobby-Imker wollen nun die Tradition des Honigbiers wiederbeleben – und haben ein Bier der etwas anderen Art gebraut. Craftbee wird in Handarbeit produziert, die wichtigste Zutat ist Stadthonig aus Kassel. Und das Experiment kommt an, die erste Auflage von 1000 Flaschen ist bereits ausverkauft. Wir haben eine der letzten Flaschen ergattert und können sagen: Schmeckt gut!

  Zur Übersicht