Green Lab – Der Dünger aus der Schokoladenfabrik

Wir möchten euch in unserem Blog StartUps und andere interessante Konzepte aus dem Bereich Social Food & Co vorstellen. Und heute ist jemand ganz besonderes dran: GreenLab aus Berlin. Mit ihnen teilten wir uns das höchste Treppchen, auch sie wurden beim Join our Core Wettbewerb von Ben&Jerry’s als Sieger ausgezeichnet. Wir haben ihren Dünger schon bei uns im Büro stehen und alle aus dem nearBees-Team hat die Neugier dazu getrieben zumindest kurz an dem festen Dünger zu nuckeln. Wie er schmeck wissen wir jetzt, doch ob es wirklich ratsam ist ihn zu probieren und ob er als Kuchenzutat geeignet ist, haben uns unsere Freunde aus Berlin selbst verraten.

Wer seid ihr? Könnt ihr euch und eure Idee kurz vorstellen?

Wir sind Ines, Daniel und Sabine, ein Berliner Start-Up, welches aus Abfällen der Lebensmittelindustrie, die regional in Berlin als Abfall anfallen, konkret Kakaoschalen, zwei vegane Bio-Dünger entwickelt hat: „Blümchenfutter“, einen flüssigen Balkondünger und „Pimp my Gärtchen“, einen Festdünger für den Garten.
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Seit wann gibt es GreenLab und wie seid ihr auf die Idee zu veganem Pflanzenfutter gekommen?

GreenLab Berlin gibt es seit September 2013. Wir sind eine Ausgründung aus der Humboldt-Universität zu Berlin. Ines und Sabine haben sich bereits während ihrer Promotion gemeinsam ein Büro geteilt und mit der Nutzpflanze Kakao gearbeitet. Selbst Ines Diplomarbeit handelte bereits vom Kakaoanbau. Die beiden wussten, dass die Kakaobohne als Ganzes nach Deutschland importiert wird und hier vor Ort für die weitere Schokoladenherstellung geschält werden muss. Diese Schalen wurden bisher verbrannt oder als Tierfutter verwertet. Viel zu schade fanden wir, denn die wertvollen Mineralstoffe eignen sich hervorragend für die optimale Nährstoffversorgung von Pflanzen. So wurde unsere Idee geboren und mit Hilfe des begehrten Exist-Stipendiums konnten wir ein Jahr an diesem Vorhaben zu forschen und unsere beiden Dünger entwickeln.

Wie siehts auf Euren Balkonen/Gärten aus – was wächst da alles?

Auf unseren Balkonen grünt und blüht es. Wir sind leidenschaftliche Gärtner und pflanzen nicht nur Blühpflanzen, sondern auch Obst und Gemüse wie auch Kräuter an. Es ist schon ein Glücksmoment, die erste Erdbeere bzw. Tomate vom eigenen Balkon ernten und essen zu können. Da sind wir alle drei gleich begeistert.

Wie wird aus Kakaoabfällen ein flüssiger Dünger?

Es ist nicht leicht, den Kakaoschalen die wertvollen Mineralstoffe zu entlocken. Hierfür haben wir ein spezielles Verfahren entwickelt, welches wir natürlich nicht verraten werden. Ganzheitlich an unserem Konzept ist auch die Umsetzung des „Cradle-to-Cradle“ –Konzepts von Michael Braungart erdacht. Wir verwenden Abfälle und bei der Herstellung unserer beiden Dünger fällt kein weiterer Abfall an, so dass der Stoffkreislauf geschlossen ist und unser Ausgangsmaterial zudem noch ein Upcycling erfährt. Denn die Presskuchenreste, die nach der Herstellung von „Blümchenfutter“ übrig bleiben werden noch einmal mit Resten der Zuckerrübenproduktion (Vinasse) aufgewertet, pelletiert und ergeben so den Volldünger „Pimp my Gärtchen“, ein Langzeitdünger für das Beet.

Woher kommen die Kakaoschalen und was passiert bisher mit ihnen?

Die Kakaoschalen stammen von einem lokalen Berliner Rohschokoladenhersteller, diese wurden bisher verbrannt oder als Tierfutter verwendet.

Wie unbedenklich ist Euer Dünger? – Taugt er wirklich als Kuchenzutat?

Unser Dünger ist chemiefrei und absolut rein pflanzlich. Selbst beim Gärtnern mit der ganzen Familie, wenn ein Kind aus Versehen den Dünger verschlucken sollte, passiert nichts. Natürlich raten wir davon ab, denn Dünger ist kein Lebensmittel – nichtsdestotrotz beruhigt es doch als Eltern zu wissen, hier sprechen wir aus eigener Erfahrung, dass wenn der Fall der Fälle eintritt, nichts passiert.

Als Kuchenzutat taugt unser Dünger natürlich nicht, wir raten auch eindringlich davon ab, denn er schmeckt nicht wirklich, ist viel zu bitter und unangenehm im Nachgeschmack.

Euer Flüssigdünger ist ja nicht nur inhaltlich eine Innovation – wie seid ihr zu diesem besonderen Packaging gekommen?

Unsere Papierflasche ist besonders. Sie hat 70% weniger Plastikanteil als herkömmliche Düngerflaschen. Innen befindet sich eine kleine Plastiktasche aus PE, welche die Flüssigkeit hält, diese wird außen von einer Kartonhülle umschlossen, die sich zudem von der Innentasche trennen und separat entsorgen lässt.

Wir hatten von Anfang an den Wunsch ein ganzheitlich durchdachtes Produkt auf den Markt zu bringen, dies schließt natürlich das Packaging mit ein.
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Plant ihr noch andere Produkte auf den Markt zu bringen?

Klar. Wir haben viele Ideen, alle zu unserem bisherigen Konzept passend. Genau aus diesem Grund haben wir auch aktuell eine Crowdfudingkampagne auf startnext.com/bioduenger gestartet, denn da wir noch sehr viel Handarbeit bei der Produktion von „Blümchenfutter“ und „Pimp my Gärtchen“ einsetzen, haben wir leider keine Zeit für die Forschung und Entwicklung neuer Produkte. Das möchten wir gerne mit der Unterstützung von unseren Fans ändern! Wir hoffen, mit unserem Aufruf viele Menschen von unserer Idee überzeugen zu können, so dass wir die Produktion mit der Anschaffung neuer Maschinen vereinfachen und so mehr StrebergärtnerInnen und TomatenversteherInnen mit unserem Dünger erfreuen können. Letztlich bleibt dadurch auch wieder ein wenig mehr Luft für unser Vorhaben, noch weitere tolle Produkte auf den Markt bringen zu können.

Mit eurem Blümchenfutter braucht man keinen grünen Daumen mehr – die Pflanzen gedeihen von allein. Wo seht ihr noch Potenzial das landwirtschaftliche Potential urbaner Räume besser auszunutzen?

Der Trend geht eindeutig zum Selbergärtnern, gerade in der Stadt, in urbanen Räumen. Der Verbraucher fordert zunehmend Transparenz beim Kauf von Lebensmitteln. Fragen nach der Herkunft und eingesetzte Verfahren bei der Herstellung von Nahrungsmitteln werden nicht immer zufriedenstellend beantwortet. Hier bietet der Eigenanbau beispielsweise in einem Stadt- oder Schrebergarten die optimale Alternative für ein chemiefreies Gärtnern in Bioqualität. Wir unterstützen diesen Trend mit unseren beiden rein veganen Düngern gerne.

Falls ihr mehr über GreenLab Berlin erfahren wollte, klickt auf ihre Website, Facebook oder Twitter.

Bis zum 14.08.16 kannst Du aktuell auf unserer Facebook-Seite eine Packung „Pimp My Gärtchen“ sowie eine Packung „Blümchenfutter“ inklusive unserer nearBees Bienenweide  gewinnen. Unsere Bienenweide findest Du natürlich auch bei uns im Shop: Hier gehts zur nearBees Bienenweide


Neben GreenLab Berlin könnt ihr in unserem Blog noch weitere StartUps und andere interessante Konzepte aus dem Bereich Social Food & Co finden:

Social-Bee – Integration leicht gemacht
Spicebar – Hochwertige Biogewürze
MYO – DIY Möbel neu gedacht
3bears – Porridge genau richtig
NourEnergy e.V. – Deutschlands erster muslimischer Umweltschutzverein
O’pflanzt is!
– Ein Gemeinschaftsgarten in München
Food Assembly – Gib Deinem Bauern die Hand
Das Tiffin Projekt – Weniger Verpackungsmüll mit Leihsystem
Feierabendglück – Das wahrscheinlich nachhaltigste Kochbuch der Welt
Tilmans Biere – Traditionelles Bier mit internationalen Einflüssen
Kartoffelkombinat – Ein Gemeinschaftsunternehmen für Nachhaltigkeit
nebenan.de – Für mehr Lebensqualität in der Nachbarschaft
Der Bienenretter – Naturkosmetik mit Bienenprodukten
Über den Tellerrand kochen – Wohlschmeckende Flüchtlingshilfe
Regional Markt München – Frisches vom Hof nach Haus
ugly fruits – Der Laden für besondere Früchte
Kuchentratsch – Kuchen aus München mit Liebe gemacht

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