Coronavirus: Imkern während der Pandemie

In den vergangenen Wochen haben sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Um die Ausbreitung  des neuartigen Virus COVID-19 einzudämmen, sollen soziale Kontakte ab sofort auf ein Minimum reduziert werden. Kitas, Schulen und Universitäten sind geschlossen und auch Cafés, Restaurants und Kneipen bleiben in den kommenden Wochen zu. Welche Maßnahmen von der Bundesregierung in den nächsten Tagen und Wochen noch ergriffen werden, bleibt abzuwarten. In unseren Nachbarländern gibt es bereits flächenübergreifend Ausgangssperren, in Deutschland bisher nur in einzelnen Städten.

Für Dich als Imker stellt sich hier eine besonders wichtige Frage: Darf ich weiterhin zu meinen Bienen?

Gute Nachrichten: Imkerei ist systemrelevant

Honigbienen produzieren nicht nur leckeren Honig. Die Biene schafft mit ihrer wertvollen Bestäubungsleistung die Basis für die Nahrungskette von Mensch und Tier: über 80 % der heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf eine Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen. Das macht die Honigbiene zum drittwichtigsten Nutztier nach Schwein und Rind.

Als Teil der Landwirtschaft gehört die Imkerei daher zu den systemrelevanten Tätigkeiten. Trotz aller Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus darfst Du als Imker weiterhin zu Deinen Bienen, denn sie sind auf Deine imkerliche Fürsorge angewiesen. Du darfst nicht nur, Du musst! Denn als Tierhalter bist Du zu einer artgerechten Versorgung Deiner Bienen verpflichtet.

Fährst Du alleine zu den Bienen, dann besteht kein Risiko einer Übertragung des Virus. Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Versorgung von Bienenvölkern für Imker daher auch ohne Ausnahmeregelung möglich. Sollten jedoch weitere einschränkende Maßnahmen folgen, hat der Deutsche Imkerbund folgende Tipps für Dich: 

Es besteht eine Meldepflicht für Bienenvölker. Aus diesem Grund kannst Du, wenn erforderlich, Deine Tätigkeit als Imker mit einem Meldebescheid nachweisen. Auch der (digitale oder telefonische) Kontakt zu Deinem Imkerverein könnte hilfreich sein: in einem potentiellen Ausnahmefall kann Dir Dein Verein eine zusätzliche Bestätigung erstellen, aus der hervorgeht, dass die Versorgung Deiner Bienen erforderlich ist.

Ganz wichtig: Informiere Dich regelmäßig über neue Maßnahmen und Regelungen. 

Update 24.03.2020: Seit dem Wochenende gilt nun auch bundesweit eine Kontaktsperre bzw. Ausgangsbeschränkung. Das hat jedoch aktuell keinerlei Auswirkungen Deine Tätigkeit als Imker.

Hilfe unter Imkern

Gegenseitige Solidarität und Unterstützung ist momentan besonders wichtig. Dass Du als Imker weiterhin zu Deinen Bienen darfst, gilt natürlich nur solange Du nicht selbst unter Quarantäne stehst – oder vielleicht zur Risikogruppe gehörst. Wie werden Deine Bienenvölker also versorgt, wenn Du das Haus nicht verlassen kannst oder darfst? 

In Österreich sowie in Deutschland wurde bereits eine Imker Nothilfe eingerichtet. Unter www.imkerhilfe.eu hast Du die Möglichkeit, Hilfe zu organisieren: Kommst Du selbst nicht zu Deinen Bienen, kümmern sich kostenfrei gesunde Imker in Deiner Umgebung um sie.

In vielen Fällen ist eine Organisation über diese Webseite vielleicht gar nicht notwendig. Vernetze Dich mit bekannten Imkern und Deinem Verein, mit Sicherheit lässt sich für jede Notsituation zeitnah eine Lösung vor Ort finden. 

Du bist fit und möchtest anderen helfen? Kontaktiere proaktiv bekannte Imker, die in die Risikogruppe fallen, und biete Deine Unterstützung an – sie werden bestimmt dankbar sein.

Weitere Informationen dazu findest Du zum Beispiel hier:

Digitale Alternativen?

Update 03.04.2020: Digitale Ausgabe des Imkermagazin „bienen & natur“ verfügbar.
Kostenloser Webinare der Armbruster Imkerschule verlängert & neue Webinare von Dr. Pia Aumeier

Wenn Du auf der Suche nach Lesestoff bist, bietet Dir der Deutsche Landwirtschaftsverlag im April seine E-Paper kostenlos an – auch das Imkermagazin „bienen & natur“.
Zugriff zur digitale Ausgabe erhältst Du nach einer kurzen Registrierung auf der Aktionsseite #gemeinsamfürsland.

Einige Imkertage wurden bereits abgesagt und auch die Imkerkurse in Deinem Verein pausieren jetzt vermutlich. Wie kannst Du Dich trotzdem weiterbilden? Wir empfehlen Dir, einfach mal nach digitalen Möglichkeiten Ausschau zu halten. 

Anmeldung-beeMOOC_blog

Erst Ende Februar hat z.B. der kostenfreie Onlinekurs beeMOOC begonnen. Die 5 Gründer möchten damit das Verständnis für die naturnahe Bienenhaltung stärken und neuen Imkern eine Alternative zu konventionellen Imkereiformen näher bringen. Wir finden: Ein spannendes Konzept, das man sich auf jeden Fall mal ansehen sollte.

Auch an den Webinaren der Armbruster Imkerschule kannst Du aktuell kostenlos teilnehmen.
Diese finden fast täglich statt und der kostenlose Teilnahmezeitraum wurde bis zum 30. April 2020 verlängert. Eine Übersicht der Kursthemen und die Anmeldemöglichkeit findest Du direkt auf der Seite.

Ebenso kannst Du aktuell die Webinare von und mit Dr. Pia Aumeier zum Thema „Einsteigerkurs“ und „Schwarmverhinderung & Völkervermehrung leicht gemacht“ kostenlos besuchen. Alle Infos dazu findest Du auf Corona: Webinar Termine von und mit Dr. Pia Aumeier.

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