Naschgarten: Ein Langzeitprojekt, das sich lohnt

Naschgarten. Das hört sich lecker an, aber auch nach Arbeit. Eines nehmen wir an dieser Stelle vorweg: Arbeit ist es, aber sie lohnt sich.

Denn mit einem Naschgarten wird nicht nur der eigene Gaumen verwöhnt. Vielmehr profitieren unterschiedlichste Insekten und die Natur selbst von der abwechslungsreichen Bepflanzung.

Ein Garten für Alle

Ein Naschgarten setzt sich aus Pflanzen zusammen, die unterschiedlich schnell wachsen,  zu verschiedenen Zeitpunkten blühen und sowohl Mensch als auch Tier gut schmecken. Man kann es sich wie ein Gemeinschaftsgarten vorstellen, wo’s immer was zu finden gibt: mal ein bisschen Obst am Baum, mal Beeren am Strauch, mal Kräuter aus’m Beet. 

Besonders attraktiv ist so ein blühender Fleck Natur für Insekten, insbesondere für Honigbienen. Diese werden angezogen von den duftenden und blühenden Pflanzen, welche ihnen reichlich und verschiedenartige Nahrung für ihre Tracht bietet.

Bienentracht ist keine niedliche Lederhose

Auch wenn einen “Tracht” erstmal an feuchtfröhliche Abende auf diversen Volksfesten denken lässt, im Fall von Honigbienen handelt es sich hierbei mehr um Arbeit als Vergnügen. Unter Tracht versteht man sämtlichen Pollen, Nektar und Honigtau, die von Honigbienen in ihren Stock gebracht und dann zu Honig gemacht werden. 

Bienentrachtpflanzen sind besonders attraktiv für Bienen, da sie eine Menge Pollen und Nektar enthalten und können bewusst von Imkern, aber auch von allen anderen, angepflanzt werden. Und hier kommt unser Naschgarten ins Spiel. 

Ein bisschen Planung, dann gibt’s Essen

Der Weg bis zu ersten essbaren Ergebnissen im Naschgarten ist gar nicht so weit, wenn man ein wenig Zeit in die Planung investiert. 

Es werden zuerst Bäume, Gehölze und Sträucher gepflanzt, da diese ein Weilchen brauchen bis sie gewachsen sind. Das warten lohnt sich aber! Beispielsweise hat ein großer, blühender Apfelbaum genau so viele Blüten wie ein halbes Fussballfeld Wildblumenwiese.

Um diese Zeit zu überbrücken, pflanzt man zeitgleich andere Leckereien. Hierzu gehören Kräuter und Blumen, die weitaus schneller wachsen und blühen.

Damit ist der Garten ausgestattet: für die Gegenwart und die Zukunft.

Apfelbaum

Obst, Beeren, Kräuter & Co.

Was genau im Naschgarten gepflanzt wird, hängt immer auch von dessen Größe und Lage an. Einige Sorten eignen sich aber besonders gut.

Fangen wir bei den Bäumen an, weil diese immerhin als erstes gepflanzt werden. Hier bieten sich Apfel, Kirsche, Rosskastanie und Birne an. Sie sind ein echter Leckerbissen für Honig- und Widbienen. Was das Gehölz angeht, eignen sich Beerensträucher wie Johannisbeere, Brombeere und Holunder besonders gut.

Johannisbeeren

Jetzt fehlen noch ein paar Pflanzen, die schneller blühen und damit auch schneller zu genießen sind. Besonders lecker und pflegeleicht sind heimische Kräuter: Oregano, Rosmarin, Salbei, Minze und Borretsch wachsen schnell und sorgen über viele Monate für satte Bienen und aromatische Mahlzeiten. 

Kräutergarten

Eine Investition in die Zukunft

Halten wir fest: ein Naschgarten ist ein Langzeitprojekt, das Planung und Pflege braucht. Sind die Pflanzen jedoch erstmal ausgewählt und gepflanzt, kann das große Summen und Schlemmen beginnen. 

Ein Naschgarten sorgt über viele Jahre, teils sogar Jahrzehnte, für frisches Obst, Gemüse und Kräuter. Außerdem ist er mit seinen abwechselnd blühenden Pflanzen der reinste Augenschmaus und duftet betörend. 

Bonustipp für Balkonbesitzer:

Nicht jeder kann sich den Luxus leisten, einen Garten sein Eigen zu nennen. Allerdings kann man so einen Naschgarten auch im Kleinformat auf dem Balkon pflanzen. Hierfür sollten bienenfreundliche Blumen und Kräuter gewählt werden, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. 

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